Urlaub

 

Urlaub...endlich Urlaub...

 

Montag, 10.10.2005
Der Tag sollte um 8:00 mit einem Frühstück begonnen werden, aber bis 8:30 tat sich gar nichts...Dann kam die Schwester von Nestor und entschuldigte sich, dass erstens Nestor erst früh um 1:00 bei ihr anrief, um ihr zu sagen, dass sie kommen solle und zweitens heute Feiertag sei, und man nichts zum Essen bekäme. Trotzdem bekam sie ein Frühstück zusammen, wir lernten Guajava Saft kennen und mussten uns mit trockenem Brot und Butter begnügen.

Dann packten wir den Rucksack und machten uns auf in die Stadt. Kaum 500m von unserem Haus entfernt, sprach uns eine wirklich gut gekleideter, netter Schwarzer an und fragte, wo wir herkommen. So entspann sich ein Gespräch und er sagte, dass er heute frei habe, da Feiertag sei. Sonst arbeitet er in der Küche einer Tabakfabrik. Er konnte wirklich gut Englisch und bot an, uns zu begleiten. Ich sagte ihm gleich, dass wir selbst wissen wo es entlang geht, und das wir weder etwas kaufen wollen, noch ihm etwas bezahlen. Dann rückte er raus, dass er gerne Seife hätte. Die hatten wir natürlich nicht im Tagesgepäck. Als Alternative gaben wir im feuchte Tücher und flüssige Zitrone, die wir noch aus dem Flieger dabei hatten. Da war er glücklich und erklärte uns jede Menge, auf dem Weg zum Plaza de la Revolutión. Als wir so die Straße runter gingen, kamen wir an einem Grünstreifen vorbei und da ertönte eine Trillerpfeife und unsere Begleitung musste zu den Polizisten, die dort warteten. Wir schauten kurz zu, und haben in etwas Abstand auf den Typen gewartet. Der kam dann auch recht schnell wieder und wir sind dann noch 50m weiter gegangen. An der nächsten, großen Kreuzung wurde er total nervös und sprach nur noch wirres Zeug. 10 sec später, fing er das Sprinten an und war weg. Wir drehten uns um, und schon kam der erste Polizist angesprintet, um den Typen einzuholen. Danach folgte noch einer mit Walkie Talkie. Beide ignorierten uns. Wir blieben stehen und sahen, dass der Typ 300m weiter die Strasse runter von einem Polizeiauto eingeholt wurde, er wurde sofort gefilzt und dann ins Auto geladen und weg waren sie...Wir schauten uns etwas verstört an und gingen dann weiter. Im Nachhinein haben wir von verschiedenen Leuten gehört, dass es entweder ein Kleinkrimineller war, oder dass die Kubaner es nicht tolerieren, das Schwarze mit Touristen unterwegs sind. Welche Geschichte auch stimmt, wir werden es nicht rausfinden.

      

 

Wir setzten unseren Weg zum Plaza de la Revolutión fort, wo ein Denkmal von Che zu sehen ist, und eine Riesentatue von José Marti. Dort hält auch Castro immer seine Reden. Wir liefen dann weiter in die Innenstadt und wollten in die Fábrica de Tobacos Partagás (Zigarrenfabrik) sehen. Diese war geschlossen und wir waren auch nicht dran interessiert, gefälschte Zigarren en masse zu kaufen. Direkt um die Ecke liegt das „El Barrio Chino“, ein kleines chinesisches Viertel. Das war dann auch interessant, da es ein dreieckiges Haus gab, aber keine Chinesen zu sehen waren. Um die Ecke war dann auch gleich das Capitolio Nacional, da eigentlich wie das Capitol in Washington aussieht. Dort setzten wir uns auf die Stufen und schon war unser „Urlaubsfluch“ wieder am Start. So ein Zufall! Bernd war auch gerade dabei, sich das Capitol anzusehen. Nun ja, ihr könnt euch denken was jetzt kommt, natürlich hat er den Rest des Tages mit uns verbracht. Witzig war nur, dass er am Abend zuvor erst um 1:00 Uhr früh in Havanna war, weil der Bus so viele Umwege gefahren war, da hatten wir es um einiges besser!

 

Wir schauten uns zusammen das wunderschöne Theater von Havanna an und liefen dann an den Malecón, um die Silhouette der Stadt und das Castillo de los Tres Reyes del Morro (Festung) anzusehen. Dann gingen wir in die Altstadt (Habana Vieja) und sahen uns die Bodeguita del Medio an, das war Hemingway’s Stammkneipe. Auch Plaza de Armas und Plaza de la Cathedral waren beeindruckend mit alten Gebäuden. Nach kurzer Pause liefen wir zur Havanna Club Rumdestillerie, die natürlich auch geschlossen war, so wurde es dann doch eine schöne Kneipe, die ihr eigens gebrautes Bier in meterhohen Glaskolben zum Zapfen an den Tisch bringt. Frisch gestärkt, traten wir den langen Fußweg Richtung temporärer Heimat an. Über den Malecón ging es dann die letzten Kilometer heimwärts, diese waren besonders stressig für Mani, da er sich mit seinen Sandalen überall Blasen an den Füßen geholt hatte. Aber er lief tapfer weiter und Bernd machte so langsam schlapp...dann hatten wir endlich seine Straße erreicht und verabschiedeten uns ohne weiteres auf ewig und immer!

In unserer Bleibe angekommen, musste ich erstmal Mani’s Füße ausgiebig versorgen. Nachdem alle Blasen behandelt waren, zogen wir uns die Schuhe wieder an und weiter ging’s zum Hotel Nacional, das wir natürlich nicht verpassen wollten. Dort saßen wir dann oberhalb des Malecóns und schauten den Sonnenuntergang an. Abendessen waren wir in einer kubanischen Kneipe, wo dann auch noch eine dreiköpfige Band ihre Salsa Lieder anstimmte, damit ging der erste Tag voller Eindrücke zu Ende.

    

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