Picket Fences

Wenn die Polizei für Ordnung sorgt...

Ein Abend an der Isar
Die Sonne scheint, es ist warm und was macht man da...man geht zum Grillen an die Isar! Gerüchteweise war schon bekannt, dass die Polizei dieses Jahr strenger gegen die Griller an der Isar vorgehen würde, aber das mussten wir selbst testen. So gingen wir an ein Plätzchen, wo es unseres Erachtens noch ok war, den Grill aufzustellen. Kaum waren wir dabei, die Grillsachen auszubreiten und den Einmalgrill anzuschmeißen, kamen unsere Herren in Grün/Weiss auch schon. So ließen wir den Grill schnell verschwinden und harrten der Dinge die da kommen sollten. Wir fragten etwas entfernt sitzende Griller, was denn die Polizei gesagt hätte und schwups mussten wir den Grill anwerfen, da nur noch "zu Ende gegrillt" werden durfte. Ha, so schmissen wir das Fleisch auf den flammenden Grill, nur damit wir unseren Grill bestücken konnten. Und schon kamen sie...

Hier ist es besonders wichtig zu erwähnen, dass die Herrschaften nicht etwa zu Fuß über die Wiese kamen, nein, sie fuhren mit ihrem Auto kreuz und quer durch die Wiese und erzählten ihre Geschichte. Die Gründe warm das Grillen nicht mehr gestattet ist, sind eigentlich nur zwei. Erstens beschweren sich die Nachbarn wegen des Grillgeruchs und zweitens wird die Wiese in Mitleidenschaft gezogen. Na toll, und durchs Auto fahren auf der Wiese nicht?! So argumentierten wir hin und her und durften schließlich noch 10min weitergrillen. Das wurden dann eher 40min, da das Fleisch durch sein musste. Und schon kamen sie wieder...schnell war der Grill mit Wasser gelöscht und wir grinsten sie in freudiger Erwartung an.
Diesmal waren es zwei kompetente Herren, die es gar nicht nötig hatten, die Griller zu verärgern, weil ihr Dienstalter einfach schon zu weit fortgeschritten war. Sie waren sehr nett und nahmen es mit Humor. Und vor allem bekamen sie von uns ein Lob, dass sie tatsächlich zu Fuß über die Wiese kamen. Ganz im Gegenteil zu den Kollegen.
So wünschten sie uns noch guten Appetit und verabschiedeten sich auch.

Ach liebe Münchner die ihr an der Isar wohnt, seid nicht so engstirnig und lasst die armen Griller ihr Fleisch grillen und einen schönen Abend verbringen. Die MVV fährt einfach nicht 6 Leute für lau an den Flaucher, wo es anscheinend noch erlaubt ist...


In Amerika stehen die Worte "Picket Fences" für "gespaltene Gartenzäune", also für zwei Nachbarfamilien, die sich nicht verstehen und sich gegenseitig mit allen Mitteln bekriegen. Deutschland steht dieser Unart in nichts nach, nur das hier eher Wörter wie zum Beispiel "Maschendrahtzaun" und "Krieg der Gartenzwerge" fallen.
Jaja, so sind sie, die lieben Nachbarn, kaum ist es etwas lauter, stehen sie vor der Tür. Dabei könnte das Zusammenleben so einfach sein. Jeder tolieret den anderen und hört auch über so manches hinweg, da jeder mal etwas lauter ist.
Wie Freunde aus dem Haus sehr richtig sagten auf die Frage, ob wir zu laut sind: "Wir sind doch keine 100, unsere Ruhe wollen wir erst dann haben, vorher lassen wir jedem seine Freiheit, wenn es im Rahmen bleibt".

Neues von den Nachbarn...
Wir haben uns nun entschlossen, aus dieser kleinbürgerlichen Gemeinde auszuziehen und siehe da, schon steht die nächste Geschichte an. Beim Antackern der Nachmieteranzeige am schwarzen Brett der Gemeinde verstummten die Nachbarn auf einen Schlag beim Schwätzchen im Garten. 10 Sekunden später steht die Nachbarin am Gartenzaun und schreit herüber:"Das ist aber nicht erlaubt!" Wie, was? Wir lernten, dass es unter KEINEN Umständen erlaubt ist, die Zettel mit einem Tacker anzubringen. Nur Reissnägel sind erlaubt, sonst werden die Zettel sofort entfernt! Da frage ich mich doch...es ist ein normales Holzbrett, das genau für solche Zwecke aufgestellt ist. Aber anscheinend muss man erst die "Richtlinien zum Aufhängen eines Zettels" lesen, um zu verstehen, wie man sich zu verhalten hat.

Was bedeutet "die Lautstärke im Rahmen halten" genau?
In dem Haus wo wir wohnen, ist die Definition eher "Anschleichen" und "zwischen grünen und roten Punkten hin und her hüpfen". Eine Nachbarin sagte ernsthaft, das sie sich über die Zeit gemerkt habe, wo die knarrenden Stellen sind, und sie diese umgeht. Sie schlug uns vor, den Boden dementsprechend zu markieren. Gar nicht so einfach, es würde wohl wie im Spiel "Twister" zugehen, da man vor lauter knarrenden Stellen eigentlich schon im Flur den Rest der Wohnung nicht mehr betreten kann. Seile wären da praktisch...

So schlägt die geliebte Nachbarin regelmäßig an die Decke, wenn man es wagt, zweimal zwischen Couch und Kühlschrank hin und herzugehen. Und das weder mit Pfennigabsätzen noch stampfend. Eine Theorie genau dieser Frau war auch, das wir uns "durch die Wohnung jagen" würden, auch eine nette Vorstellung. Vor allem bei der Größe der Wohnung...
Mein Vorschlag ist in diesem Fall, das sie die monatliche Miete von €600 übernimmt und dann auch frei darüber bestimmen darf, wann wir uns wie laut und wie lange durch die Wohnung bewegen dürfen!

Und das Beste...die Geschichte geht noch weiter...die Dame ist nämlich starke Kettenrauerin, und sie schafft es erfolgreich, das gesamte Treppenhaus mit ihrem kalten Rauch permanent zu verpesten. Sehr angenehm wenn man die Treppen heraufsteigt. Besonders im Dachgeschoss, wo wir wohnen, da fängt sich jeder Geruch besonders gut! Also kamen wir auf die glorreiche Idee, die Dachluke und die Speichertür zur besseren Entlüftung zu öffnen. Es dauerte keine 24 Stunden und schon hing ein Zettel an der Tür mit exakt den folgenden Worten "Die Dachluke und die Speichertür bleiben zu". Wirklich eine nette Wortwahl der Ex-Hausverwalterin, die immernoch meint, sie hätte das Sagen. Seitdem hängen wir im Obergeschoß unsere Fische zum Räuchern auf und stellen Pflanzen hin, die ja bekanntlich für bessere Luft sorgen. (Die arme Pflanze kriegt übrigens auch schon braune Blätter!)

An dieser Stelle gibt es demnächst noch mehr aus der Reihe "Picket Fences". Genug zu berichten gibt es auf jeden Fall, also wenn ihr auch eine Story habt, dann schickt sie mir!